Uganda

Uganda liegt in Ost-Afrika und wird vom Äquator durchquert. Aufgeteilt in 80 Distrikte umfasst es eine Bodenfläche von 241'039 Kilometern. Durch die Höhenlage Ugandas ist das Klima sehr angenehm. Durchschnittlich gibt es zwei Regenzeiten pro Jahr, was für fruchtbaren Boden sorgt, sodass mehr als 80% der arbeitenden Bevölkerung in der Landwirtschaft tätig ist. Auch wenn das Land sich eigentlich mit Nahrung versorgen könnte, ist jedoch die Verteilung der Mittel ungleich. Zudem ist Uganda von den Weltmarkt-Preisänderungen für Kaffee, der Haupteinnahmequelle seines Exportes, betroffen.

In den Jahren nach der Unabhängigkeitserklärung(1962), erlebte Uganda einen wirtschaftlichen und sozialen Aufschwung. Dann jedoch, von 1970 bis 1980, befand sich das Land in einer zivilen und militärischen Instabilität unter der Schreckensherrschaft der sich folgenden Diktaturen von Milton Obote und Idi Amin Dada. Dies führte zur Zerstörung zahlreicher Infrastrukturen (vor allem im Bildungs-, Erziehungs- und Gesundheitssektor), ebenso wie zum Tod von ungefähr einer Million Menschen. 1986 übernahm Yoweri Museveni die Macht. Er trägt als Präsident auch heute noch zu einem gewissen wirtschaftlichen und sozialen Aufbau seines Landes bei, wenn auch die Ungerechtigkeiten immer noch groß sind und das Gesetz, das verschiedene Parteien verbot, erst 2005 ausser Kraft gesetzt wurde.


Ausserdem gibt es im Norden des Landes seit mehr als 20 Jahren heftige Auseinandersetzungen der Regierungstruppen mit den Rebellen der „Lord Resistance Army (LRA)“. Die Führer der LRA sind vom Internationalen Strafgerichtshof für Kriegsverbrechen zur Verfolgung ausgeschrieben. Rebellenführer Joseph Kony wollte die Macht ergreifen, um das Land gemäss den 10 Geboten der Bibel zu regieren. Er nahm dabei in Kauf, dass 1.6 Millionen Menschen vertrieben und Tausende verschleppt oder getötet wurden, darunter 60‘000 Kinder. Es scheint so, als hätte die Situation sich seit der Waffenstillstandserklärung von 2006 beruhigt. Abgesehen vom Tod durch Gewaltverbrechen sind Aids und andere Krankheiten wie Malaria, Lungenentzündung und Tuberkulose sowie Verkehrsunfälle die hauptsächlichsten Todesursachen.

Was die Wirtschaft betrifft, so scheint die Armut abzunehmen, selbst wenn mehr als die Hälfte der Bevölkerung mit weniger als einem US Dollar leben muss. Allerdings wird diese Entwicklung durch die Auslandsschuldengebremst.

Indikatoren

 
Bevölkerung, 2010 33'425'000
Lebenserwartung, 2006 : 54
Todesfälle der unter Fünfjährigen (auf 1000Kinder), 2010 9.9%
Fruchtbarkeitsindikator, 2010 6.1
StädtischeBevölkerung (%), 2010 13
Prozentsatz der Bevölkerung mit weniger als einem US$/Tag, 2005 52


Wie diese Tabelle zeigt, wird die Bevölkerung Ugandas auf 28.8 Millionen geschätzt. Ohne Aids wäre diese Zahl sehr viel höher, ebenso auch die Lebenserwartung. Obwohl die Zahl der Erkrankten prozentual zurückgegangen ist, verglichen mit der Situation vor 15 Jahren, bleibt sie doch sehr hoch (ca. 7.2%). Es sterben jedes Jahr ca. 10‘000 Menschen an Aids. Eine solche Epidemie hat aber auch grossen Einfluss auf die wirtschaftliche und soziale Entwicklung. Zum einen können die erkrankten jungen Erwachsenen nicht mehr arbeiten. Zum anderen werden immer mehr Kinder zu Waisen, während die alten Menschen sich selber überlassen sind und darüber hinaus noch ihre Enkel versorgen müssen.